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Katapult-Magazin gGmbH

Katapult-Magazin
Kurzprofil
TypgGmbH (gemeinnützig §52 AO)
RegistergerichtAG Stralsund, HRB 20139
GründungMärz 2015
GründerBenjamin Fredrich
SitzWilhelm-Holtz-Str. 9, Greifswald
Stammkapital25.000 €
Umsatz (2024)ca. 4,3 Mio. €
Mitarbeiter32 fest + ~15 frei (2024)
LobbyregisterKein Eintrag
KategorieMedien-NGO

Überblick

Das Katapult-Magazin bezeichnet sich als „kartografisches und gesellschaftswissenschaftliches Fachmagazin" mit kostenlosem Online-Zugang. Gemeinnützigkeit besteht nach § 52 AO (Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie Volks- und Berufsbildung). Sitz ist Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

Katapult ist im Lobbyregister des Deutschen Bundestages nicht eingetragen (direkte Suche, April 2026). Das Magazin erhielt zwischen 2022 und 2023 nachweislich ca. 366.000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm GRW (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur), davon ca. 190.000 Euro aus dem Landeshaushalt Mecklenburg-Vorpommern unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Dies ist parlamentarisch belegt.

Struktur & Geschäftsführung

Unternehmensgruppe

GesellschaftHRBZweckGeschäftsführer
Katapult-Magazin gGmbH20139 (AG Stralsund)Magazin, gemeinnützig § 52 AOBenjamin Fredrich (ab Jan. 2025)
Katapult-Verlag GmbH21399 (AG Stralsund)Buchverlag (Belletristik eingestellt 2023)Sebastian Wolter
KATAPULT Regional GmbH21611 (AG Stralsund)Regionale Zeitungen (MV, Sachsen ab Aug. 2025)Benjamin Fredrich (ab Feb. 2025)
Torpedo GmbH22301 (AG Stralsund)Franchise-Buchladen, Lagerhaltung (gegr. März 2023)Benjamin Fredrich

Alle Gesellschaften haben ihren Sitz unter der gemeinsamen Adresse Wilhelm-Holtz-Str. 9, Greifswald. Quellen: Northdata HRB 20139, Northdata HRB 21611, Northdata HRB 22301, Northdata Personenprofil Fredrich

Gründer Benjamin Fredrich

Fredrich (*1987, Greifswald) studierte Politikwissenschaft und Geschichte ohne Abschluss. Frühere akademische Arbeit umfasste die NPD im Kommunalwahlkampf MV 2009. Er gründete Katapult 2015 aus einem EXIST-Gründerstipendium (Universität Greifswald, BMWi) heraus. Im Januar 2023 trat er als Geschäftsführer zurück — infolge des Ukraine-Skandals (s.u.) — und übernahm das Amt im Februar 2025 wieder.

Parteimitgliedschaft: Keine dokumentierte Parteimitgliedschaft von Fredrich, Wolter oder der (zwischenzeitlichen Geschäftsführerin) Nasrin Rani Morgan öffentlich nachweisbar.

Staatliche Förderung

GRW-Fördermittel 2022–2023 (parlamentarisch belegt)

Das Programm GRW (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur") ist ein gemeinsames Bund-Länder-Programm zur Wirtschaftsförderung in strukturschwachen Regionen. Katapult erhielt daraus in zwei Jahren insgesamt ca. 366.000 Euro:

FörderquelleBetragZweck
Bundesregierung (GRW-Anteil)ca. 177.000 €Ausbau Betriebsstätte Greifswald
Land MV (SPD-Regierung Schwesig)ca. 190.000 €Regionale Wirtschaftsförderung, davon >12.000 € für Buchmessen Frankfurt und Wien
Gesamt GRWca. 366.000 €2022 und 2023

Belegt durch: Kleine Anfrage der AfD-Fraktion Landtag MV, Drucksache 8/Dr3930 (Vorgang 41868) sowie parlamentarische Anfrage im Bundestag (DIP Bundestag).

EXIST-Gründerstipendium 2015–2016

Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), durchgeführt über die Universität Greifswald. Übliche Stipendienbeträge: ca. 2.000–3.000 Euro/Monat pro Person plus Sachkosten. Konkrete Summe für Katapult nicht veröffentlicht (EXIST-Erfolgsbeispiel).

Weitere Förderhinweise

Katapult ist bei „Vereint für Demokratie" (Allianz Foundation + ProjectTogether + Scholz & Friends) als gefördertes Projekt aufgeführt (vereintfuerdemokratie.de). Förderhöhe nicht öffentlich.

Der Freistaat Sachsen verneinte auf AfD-Anfrage (2024) ausdrücklich, Katapult oder verbundene Unternehmen seit 2019 gefördert zu haben (Leipziger Zeitung, Nov. 2024).

Finanzielle Lage

Im September 2023 kommunizierte Katapult öffentlich eine Insolvenzgefährdung (Finanzloch ca. 450.000 Euro). Leser kauften innerhalb weniger Wochen Bücher, Abos und Spenden im Wert von rund 540.000 Euro — die unmittelbare Krise war damit abgewendet. Vorjahr 2022: ca. 290.000 Euro Verlust. Gesamtumsatz 2024 (alle Gesellschaften): voraussichtlich 4,3 Mio. Euro (Börsenblatt).

Netzwerk & Verbindungen

Politische Positionierung (eigene Aussagen)

Katapult-Gründer Fredrich erklärte öffentlich, mit Zeitungsverteilaktionen in Ostdeutschland Wähler „zur AfD aufzuklären" und AfD-Wahlerfolge bei den Landtagswahlen 2024 in Sachsen, Thüringen und Brandenburg verhindern zu wollen (meedia.de).

Kooperationen und Netzwerk-Verbindungen

  • „Sach-Thür-Brand"-Aktion 2024: Kooperation mit Playboy und „Omas gegen Rechts"; 427.000 Exemplare spendenfinanziert verteilt (taz)
  • Campact-Netzwerk: Indirekte Verbindungen über gemeinsame Aktivitäten (nicht formell belegt)
  • Amadeu Antonio Stiftung: Im Förder-Netzwerk „Vereint für Demokratie" gemeinsam vertreten

Formale Parteimitgliedschaften oder Mandatsträger in Leitungsgremien: nicht belegt. Die politische Positionierung ergibt sich aus den redaktionellen Haltungen und eigenen Aussagen des Gründers, nicht aus institutionellen Parteibindungen.

Kontroversen

Ukraine-Projekt 2022/2023

Katapult sammelte für das Projekt „Katapult Ukraine" Spenden mit dem Versprechen, ukrainische Journalisten fest anzustellen (1.650 €/Monat). Zwei ukrainische Mitarbeiterinnen warfen dem Magazin vor, sie für PR-Zwecke genutzt zu haben, versprochene Gehälter nicht vollständig ausgezahlt zu haben und initial widersprüchliche Summen angegeben zu haben (bei Übermedien-Anfrage: 310.000 €; im Transparenzbericht: 442.147 €). Fredrich trat im Januar 2023 als Chefredakteur und Geschäftsführer zurück, räumte Managementfehler ein und bestritt den PR-Missbrauchsvorwurf. Übermedien prüfte die Vorwürfe nach und kam zu einer differenzierten Einschätzung (kein klarer PR-Missbrauch belegt). Quellen: Übermedien — Vorwürfe (Jan. 2023), Übermedien — Gegendarstellung, Tagesspiegel.

SZ-Plagiat-Vorwurf (2020)

Katapult warf der Süddeutschen Zeitung vor, Grafiken systematisch übernommen zu haben. Die SZ stellte daraufhin die betroffene Rubrik „Unterm Strich" ein. Katapult erhob außerdem Plagiatsvorwürfe gegen den Verlag Hoffmann und Campe wegen des Buches „Gute Karten" (Katapult).

Roman „Die Redaktion" (2021)

Fredrichs autobiografischer Roman ließ ehemalige Mitarbeiter sich in negativen Darstellungen wiedererkennen. Vorwurf: Undankbarkeit und Bloßstellung von Kollegen (Übermedien, 2021).

Insolvenzgefährdung und Journalismusschule (2023)

Am 5. September 2023 erklärte Katapult öffentlich eine akute Insolvenzgefährdung (Fehlbetrag ca. 450.000 Euro). Zeitgleich musste die geplante Katapult-Journalismusschule kurzfristig abgesagt werden — kurz nachdem Interessenten ihre Jobs gekündigt und Wohnungen in Greifswald angemietet hatten. Fredrich räumte ein, zu viele Projekte gleichzeitig verfolgt zu haben. Die Krise wurde durch eine Leserkampagne (Abonnements, Shop-Käufe, Spenden) abgewendet: rund 522.000 Euro Einmaleinnahmen plus dauerhaft erhöhte Einnahmen. Quellen: Katapult (Sept. 2023), Übermedien — Journalismusschule (Sept. 2023).

Ostsee-Zeitung-Verfahren (2023)

Das Landgericht Hamburg verbot der Ostsee-Zeitung (OZ) im April 2023, in einem Artikel vom 31. Januar 2023 zu suggerieren, Spendengelder seien in den Bau einer geplanten Journalismusschule geflossen. KATAPULT hatte zuvor öffentlich Kritik an der OZ wegen falscher Schlagzeilen, nicht offengelegter Werbung und aggressiver Anwaltsbriefe geäußert. Quelle: Katapult — LG Hamburg-Urteil.

Position der Organisation

Katapult bezeichnet sich als „unabhängiges, gemeinnütziges Magazin für Kartografik und Gesellschaftswissenschaft", das durch Abonnements, Buchverkäufe und Spenden finanziert wird. Die Organisation betont, keine staatliche Redaktionsfinanzierung zu erhalten — GRW-Mittel seien reguläre Wirtschaftsförderung für strukturschwache Regionen, keine Mediensubvention.

Zur Ukraine-Kontroverse veröffentlichte Fredrich im Februar 2023 einen Transparenzbericht, der die Verwendung von 442.147 Euro Spendengeldern aufschlüsselt: 231.898 Euro an ukrainische Journalisten, 104.300 Euro für Hilfsgüter-Transporte, 54.500 Euro für den Umbau der Redaktion zur Unterkunft, 10.000 Euro Nothilfe an die Stadt Greifswald. Fredrich bestritt die schwersten Vorwürfe (Missbrauch für PR-Zwecke) und bezeichnete Fehler im Management als eigenes Versagen. Katapult erwirkte zudem gerichtlich, dass eine Falschmeldung über die Spendenverwendung (Ostsee-Zeitung, Jan. 2023) nicht wiederholt werden darf. Quelle: Übermedien — Gegendarstellung Ukraine-Skandal (2023).

Zur politischen Positionierung: Fredrich und die Redaktion betonen, journalistisch unabhängig zu sein. Die Anti-AfD-Aktionen (Sach-Thür-Brand 2024) wurden als eigene redaktionelle Entscheidung, nicht als Parteiauftrag, dargestellt. Die Aktion wurde spendenfinanziert; eine Landesförderung Sachsens wurde durch die sächsische Staatsregierung auf AfD-Anfrage ausdrücklich verneint (Leipziger Zeitung, Nov. 2024).

Häufige Fragen

Was ist das Katapult-Magazin?

Das Katapult-Magazin ist eine gemeinnützige gGmbH nach § 52 AO mit Sitz in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), gegründet im März 2015 von Benjamin Fredrich. Es bezeichnet sich selbst als kartografisches und gesellschaftswissenschaftliches Fachmagazin mit kostenlosem Online-Zugang. Im Lobbyregister des Deutschen Bundestages ist es nicht eingetragen (Stand April 2026).

Wie wird Katapult finanziert und welche staatliche Förderung ist belegt?

Katapult finanziert sich nach eigenen Angaben durch Abonnements, Buchverkäufe und Spenden. Parlamentarisch belegt ist, dass das Magazin zwischen 2022 und 2023 insgesamt rund 366.000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm GRW (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) erhielt, davon ca. 177.000 Euro vom Bund und ca. 190.000 Euro aus dem Landeshaushalt Mecklenburg-Vorpommern. 2015–2016 startete die Gründung zudem aus einem EXIST-Gründerstipendium des BMWi (durchgeführt über die Universität Greifswald) heraus.

Wie hoch ist der Umsatz und wie ist die Unternehmensgruppe aufgebaut?

Der Gesamtumsatz aller Gesellschaften lag 2024 voraussichtlich bei rund 4,3 Mio. Euro. Die Unternehmensgruppe besteht aus vier Gesellschaften am gemeinsamen Sitz Wilhelm-Holtz-Str. 9 in Greifswald: der Katapult-Magazin gGmbH, der Katapult-Verlag GmbH, der KATAPULT Regional GmbH und der Torpedo GmbH. 2024 beschäftigte Katapult 32 feste und etwa 15 freie Mitarbeiter.

Worum ging es beim Ukraine-Projekt und der Insolvenzgefährdung 2023?

Beim Projekt Katapult Ukraine sammelte das Magazin Spenden, um ukrainische Journalisten fest anzustellen. Zwei ukrainische Mitarbeiterinnen warfen Katapult vor, sie für PR-Zwecke genutzt, versprochene Gehälter nicht vollständig ausgezahlt und initial widersprüchliche Summen angegeben zu haben; Fredrich räumte Managementfehler ein, bestritt den PR-Vorwurf und trat im Januar 2023 als Geschäftsführer zurück. Ein Transparenzbericht vom Februar 2023 schlüsselt die Verwendung von 442.147 Euro Spendengeldern auf, darunter 231.898 Euro an ukrainische Journalisten. Im September 2023 erklärte Katapult zudem eine akute Insolvenzgefährdung (Fehlbetrag ca. 450.000 Euro), die durch eine Leserkampagne abgewendet wurde.

Quellen